Sonnenfinsternis

Aufnahmezeit: 19:44. Fuji XT-4, 230 mm f/6.7 1/35 s. Filtersatz: ND1000+ND64+ND8 (Hoya, metallbedampft, daher sicher für IR)

Die gestrige Sonnenfinsternis, die hier in der Schweiz natürlich nur eine partielle war, durfte ich mir nicht entgehen lassen. Zusammen mit meinem Sohn fuhren wir per Postauto auf die Habsburg. Wir waren genug früh dort um uns einen guten Platz bei den Picknicktischen auszusuchen. Und dann begannen die Vorbereitungen.

Eine Brille hatte ich nicht. Ich habe mich auch nicht sonderlich darum bemüht, denn ich wollte das Himmelsspektakel lieber mit einer Lochkamera mit einem langen Abstand zwischen Loch und Mattscheibe betrachten.

Das war der, zugegeben, einfache Aufbau. Eine Kartonröhre mit einer Länge von 69.5 cm und einem Durchmesser von 4 cm habe ich am einen Ende mit Alufolie verschlossen. In diese habe ich mittig mit einer Nadel ein kleines Loch gestochen. Geschätzt betrug der Durchmesser etwa 0.6 mm. Am anderen Ende habe ich Transparentpapier angebracht. Alles mit Klebeband fixiert und auf einem Ministativ fixiert. Damit konnte ich das Rohr gut ausrichten. Etwa jede Minute musste ich es wieder nachrichten. Das Bild der Sonne steht dann natürlich kopfüber und war etwa 5 mm im Durchmesser. Mit etwas Abschattung konnten wir mühelos zuschauen.

Bild auf dem Transparentpapier der selbstgebauten Lochkamera. Zeit: 19:35, also ziemlich zu Beginn der Bedeckung.

Das simple Ding mutierte bei den um uns herum Anwesenden zur kleinen Attraktion. Denn so mühelos war die Sache kaum zu beobachten. Einige haben mit ihren Smartphones das Bild auf der Mattscheibe abfotografiert.

Das Bild ganz oben habe ich mit meiner Kamera aufgenommen. Bevor jetzt die Kommentare kommen, dass ich da etwas gefährliches getan habe: Ich habe einen Filtersatz aus metallbedampften Filtern benutzt. Diese schwächen auch das Nahinfrarotlicht ab. Zudem ist es eine spiegellose Kamera, d.h. im Sucher blicke ich auf einen Bildschirm. Das ist also gefahrlos. Zudem habe ich die Kamera immer nur kurz zur Sonne gerichtet. Das Risiko war also in etwa gleich gross wie wenn ich eine Landschaft aufnehme, bei der zufällig die Sonne mit ins Bild gekommen ist.

Nach halb neun fahren in Habsburg keine Postautos mehr zurück nach Brugg. So nahmen wir den Weg durch den Wald unter die Füsse und plauderten über das Erlebte. Mein Sohn wollte wissen, ob das meine erste Sonnenfinsternis war. Dann erzählte ich ihm von derjenigen von 1999, die in der Schweiz auch nur partiell war. Aber in Süddeutschland war sie sichtbar. Ich reiste damals zu einem Freund, der in der Nähe von Stuttgart gewohnt hat. Der Himmel war bedeckt. Zu sehen war also nichts von der Sonnenscheibe. Aber dunkel wurde es. An das erinnere ich mich noch gut. Wir hatten Blick auf den Flughafen Stuttgart, wo dann alles in Nacht getaucht war. Die üblichen Geräusche verschwanden. Auch keine Vögel waren mehr zu hören. Daheim lief der Videorekorder meines Freundes. So schauten wir dann die Aufnahmen von der Fernsehberichterstattung an. Immerhin hatten wir so etwas von der abgedunkelten Scheibe gesehen.

Möchten Sie informiert werden, wenn es auf diesem Blog neue Beiträge gibt? Dann abonnieren Sie meinen Newsletter. Dieser wird sporadisch versendet, wenn neue Posts erschienen sind.


Veröffentlicht

in

von